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Zwischen Rom und Los Angeles - Zur Ermittlung des gewöhnlichen Aufenthalts von Kleinkindern bei Kindesentführungen

Title:
Zwischen Rom und Los Angeles - Zur Ermittlung des gewöhnlichen Aufenthalts von Kleinkindern bei Kindesentführungen
Authors:
Abstract:
Der Beitrag setzt sich mit dem Urteil des London High Court vom 04.02.2005 und der Problematik der Bestimmung des gewöhnlichen Aufenthalts von Kindern auseinander. Einleitend wird darauf hingewiesen, dass sich Fälle von Kindesentführungen für die Vertragsparteien nach dem Haager Kindesentführungsübereinkommen von 1980 beurteilen. Sodann wird der Sachverhalt, der der Entscheidung zugrunde liegt, dargestellt. Im Wesentlichen ging es darum, dass der amerikanische Vater die italienische Mutter der Kindesentführung beschuldigte und in Großbritannien klagte. Der Verfasser erläutert, dass es dem Vater durch einen Trick gelungen war, die Mutter nach London zu locken, da zuvor eine Klage auf Rückführung in Italien gescheitert war und so eine Klage in England möglich wurde. Art. 3 des Haager Kindesentführungsübereinkommen war, wie sodann dargestellt wird, Entscheidungsgrundlage des Gerichts, welches entschieden hatte, dass keine Kindesentführung vorliege, da das Kind seinen gewöhnlichen Aufenthalt zum fraglichen Zeitpunkt nicht beim Vater gehabt hatte. In seiner sich anschließenden Würdigung beschreibt der Verfasser, dass Anknüpfungssubjekt und vom Abkommen geschützte Person das Kind ist, unabhängig von den Motiven des Entführers. Daher ist der gewöhnliche Aufenthalt unabhängig vom gesetzlichen Vertreter zu beurteilen. Anhaltspunkte und Indizien für einen gewöhnlichen Aufenthalt sind soziale Integration, Lände des Aufenthalts, familiäre und berufliche Bindungen, Schulbesuche, Art der Wohnverhältnisse und Vergleichbares. Eine vorübergehende Abwesenheit oder Unterbrechung hebt den gewöhnlichen Aufenthalt nicht auf. Als problematisch bewertet der Verfasser allerdings, dass insbesondere englische Gerichte auch an ein Willenserfordernis anknüpfen, was gerade bei kleinen Kindern problematisch ist und das Gericht im vorliegenden Fall keine deutlichere Gewichtung zwischen den Indizien vorgenommen hat. Insgesamt, so der Verfasser, sei die Entscheidung jedoch zu begrüßen.
Year:
2006
Publication type:
Journal article
Journal:
IPRax
ISSN:
0720-6585
Volume:
26
Pages:
313-315
Language:
German
Document status:
Published
PubListerURL:
https://publister.bib.th-wildau.de/publister/public/publication/1198
Baetge, D. (2006). Zwischen Rom und Los Angeles - Zur Ermittlung des gewöhnlichen Aufenthalts von Kleinkindern bei Kindesentführungen IPRax. 26, 313-315.
@article{1198,
    author           = {Baetge, Dietmar},
    title            = {Zwischen Rom und Los Angeles - Zur Ermittlung des gewöhnlichen Aufenthalts von Kleinkindern bei Kindesentführungen : zu London High Court, 4.2.2005 - Re D (Abduction: Habitual Residence)},
    journal          = {IPRax},
    year             = {2006},
    volume           = {26},
    pages            = {313-315},
}


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